1.6 Betreuungsgeld

Update 28.07.2015: Das Bundesverfassungsgericht hat das Betreuungsgeld am 21.07.2015 für verfassungswidrig erklärt. Vorerst soll das Betreuungsgeld jedoch weiterhin ausbezhalt werden.

 

 

Das Betreuungsgeld soll junge Eltern, die für ihr Kind die frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege (für einen gewissen Zeitraum) nicht in Anspruch nehmen wollen, finanziell unterstützen.

Das Betreuungsgeld erhalten Eltern, deren Kind ab dem 1. August 2012 geboren wurde und die für ihr Kind keine frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege in Anspruch nehmen. Außerdem müssen die Elterngeldmonate verbraucht sein (siehe dazu unten "Betreuungsgeld und Elterngeld").


Das Betreuungsgeld kann für Kinder mit Geburtsdatum nach dem 31. Juli 2012 grundsätzlich ab dem 15. bis zur Vollendung des 36. Lebensmonats bezogen werden. Vorhandene Elterngeldansprüche gehen also dem Betreuungsgeld vor. Das Betreuungsgeld beträgt pro Kind 150 Euro. Das Betreuungsgeld wird als Geldleistung ausgezahlt.

Das Betreuungsgeld wird für maximal 22 Monate pro Kind bezogen. Betreuungsgeld und Elterngeld können im Regelfall nicht parallel bezogen werden. Das Betreuungsgeld schließt nahtlos an die vierzehnmonatige Rahmenbezugszeit für das Elterngeld an. Die Bezugszeit von Elterngeld und Betreuungsgeld kann nur nacheinander erfolgen. Das Betreuungsgeld wird unabhängig davon gezahlt, ob und in welchem Umfang die Eltern erwerbstätig sind.


Das Betreuungsgeld wird als vorrangige Leistung ausgezahlt und bei Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe und Kinderzuschlag angerechnet. Bei anderen Sozialleistungen, zum Beispiel beim Arbeitslosengeld I und bei Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG), werden das Betreuungsgeld wie auch das Elterngeld bis zu einer Höhe von insgesamt 300 Euro monatlich nicht als Einkommen berücksichtigt. Betreuungsgeld und Elterngeld stehen den Familien bis zu dieser Höhe also zusätzlich zu diesen Leistungen zur Verfügung.


Weitere detaillierte Informationen erhalten Sie bei den Beratungsstellen der pro familia, des SKF und der Diakonie, siehe auch unter 3.1. Dort erhalten Sie auch Unterstützung zur Beantragung und die entsprechenden Vordrucke.