7.1 Haushaltsplanung / Wie komme ich mit meinem Geld zurecht?

Auf den folgenden Seiten erhalten Sie ein paar grundlegende Tipps, wie Sie besser mit Ihrem Geld haushalten können, um nicht oder nicht (erneut) in die
Schuldenfalle zu tappen.


1. Schritt: Einnahmen ermitteln
Zu Einnahmen zählen:

  • Gehalt
  • Arbeitslosengeld I
  • Hartz 4
  • Elterngeld
  • Kindergeld
  • Krankengeld
  • Grundsicherung
  • Rente
  • Wohngeld
  • Unterhaltszahlungen
  • Pflegegeld
  • sonstige Einnahmen

 

2. Schritt: Feste Ausgaben ermitteln

Zu den festen Ausgaben zählen:

  • Miete
  • Mietnebenkosten
  • Stromabschlag
  • Heizkosten
  • Handy/Telefonverträge
  • GEZ
  • Zeitungs-Abo
  • KFZ-Steuer
  • KFZ-Versicherung
  • Versicherungen
  • Feste Kreditraten
  • Unterhaltszahlungen
  • Vereinsbeiträge
  • Kindergartenbeitrag
  • Taschengeld f. Kinder
  • sonstige mtl. Ausgaben

 

Um diese Ausgaben zu ermitteln, hilft es oft, sich die Kontoauszüge anzusehen.
Beträge, die jährlich gezahlt werden, sollten durch 12 geteilt werden.

 

UND NUN ??
Zieht man das Ergebnis der Ausgaben von dem Ergebnis der Einnahmen ab, so erhält man den Betrag, der einem monatlich zur Verfügung steht.

 

WAS, WENN MIR DIESER BETRAG NIE REICHT ??
Auf den folgenden Seiten sollen Ihnen Tipps gegeben werden, wie Sie Ihre Lage verbessern können, indem Sie Ihr Budget erhöhen, Ihre Ausgaben verringern und an bestimmten Stellen sparen können.

 

AUFLISTUNG DER TÄGLICHEN AUSGABEN:
Um einen besseren Überblick zu bekommen, was Sie monatlich ausgeben, ist es sinnvoll, mindestens über einen Zeitraum von einen Monat wirklich jeden Cent, den Sie ausgeben, auch aufzulisten. Lassen Sie sich überall einen Kassenzettel geben, nehmen Sie für unterwegs Zettel und Stift mit und schreiben Sie sich  die Ausgaben für den Bäcker, den Bus, das Rauchen und alles andere auf. Haben Sie Familie? Dann bitten Sie auch diese, alles aufzulisten, was Sie ausgeben. Am Ende des Monats schauen Sie sich diese Ausgaben an. Wo lässt sich vielleicht etwas einsparen? Holen Sie sich jeden Tag Ihr Vesper für die Arbeit beim Bäcker? Wie wäre es, wenn Sie sich bereits zu Hause ein Brot schmieren. Diese und weitere Einsparungstipps werden weiter unten aufgelistet.

 

 

ÜBERPRÜFUNG DER KONSUMGEWOHNHEITEN:
Beobachten Sie sich selbst in folgenden Bereichen:

 

Supermarkt
Gehen Sie immer nur mit einem Einkaufszettel einkaufen und kaufen Sie dann auch nur das, was darauf steht. Oft kauft man Dinge ein, die im Angebot sind, dabei hätte man Sie gar nicht gebraucht. Ganz wichtig ist hierbei auch: gehen Sie nie hungrig einkaufen! Und Achtung: auch Sonderangebote wie z.B.  XXLPackungen sind nicht immer wirklich billiger. Und schauen Sie beim Einkaufen in die unteren Regale. Billige Waren sind selten auf Augenhöhe. Meiden Sie  Fertigprodukte. Sie sind immer teurer und nicht gesünder. Überlegen Sie, ob Sie nicht selber Kochen.

 

Internet
Wie oft kaufen Sie im Internet ein? Wenn Sie dort etwas kaufen, sind Sie ins Internet gegangen, um genau dies zu kaufen oder haben Sie beim Surfen ein  gutes Angebot gefunden und dachten sich, hier muss ich zuschlagen? Das Internet verlockt mit vielen Angeboten, hinzu kommt, dass es Spaß macht,
 it einem Klick einzukaufen und die Ware wird dann nach Hause geliefert. Oft kaufen wir dann Sachen, die wir eigentlich nicht benötigt hätten.
Kaufen Sie nur dann im Internet, wenn Sie vorher entschlossen haben, etwas Bestimmtes zu kaufen und das im Internet evtl. billiger finden wollen.

 

Telefon
Beobachten Sie sich auch hier. Telefonieren Sie viel und eine Flatrate wäre für Sie günstiger oder telefonieren Sie selten und es reicht eine Prepaid-Karte? Billiganbieter bieten mittlerweile auch monatlich kündbare Flatrates an, so dass Sie jeden Monat neu ausprobieren können, was das Richtige für Sie ist. Wählen  Sie nicht einen Handyvertrag, nur, weil es das Handy für einen Euro dazu gibt. Am Ende ist das Handy meist genauso teuer, wie wenn Sie es direkt kaufen,  und viele Handyanbieter lassen Sie erst nach Ablauf der zwei Jahre aus den Verträgen mit eventuell teuren Flatrates. Wenn Sie den Anbieter wechseln  möchten, dann können Sie ohne Probleme auch Ihre Nummer mitnehmen. Oft behaupten Anbieter, das ginge nicht, um Sie zu halten. Es ist aber meist  problemlos möglich.

 

Versicherungen
Generell kann man sich heute beinahe gegen alles versichern. Wägen Sie ab. Was benötigen Sie wirklich. Die Grundausstattung ist eine Haftpflichtversicherung, diese sollte jeder haben. Ohne sie könnten Sie unter Umständen in noch viel größere finanzielle Schwierigkeiten geraten. Eine Hausratversicherung ist dann  wichtig, wenn viel Geld für die Einrichtung ausgegeben wurde oder diese vielleicht sogar noch über einen Kredit finanziert werden, da der Kredit auch bedient  werden muss, wenn die Möbel aufgrund eines Brandes oder ähnlichem ruiniert sind. Alle anderen Versicherungen sind Luxus, der sinnvoll sein kann, aber nur  dann, wenn man es sich auch leisten kann. Wenn Sie Versicherungen abschließen, dann wählen Sie kurze Laufzeiten.

 


Heizung
Stellen Sie sich zu Hause ein Thermometer auf, kontrollieren Sie somit die Raumtemperatur. Das Gefühl, wie warm oder kalt es in einem Raum ist, ist meist  relativ und hängt von der eigenen Verfassung ab. Passen Sie zudem die Raumtemperatur dem jeweiligen Nutzen an. Ein Schlafzimmer muss nicht unbedingt  geheizt werden. Schaffen Sie sich Thermostat-Ventile an. Bei diesen kann man sich die gewünschte Raumtemperatur und meist auch die gewünschte Zeit für  eine bestimmte Raumtemperatur einstellen. Auch dies hilft, Energie zu sparen. Stellen Sie vor Heizungen keine Möbel, lüften Sie im Winter die Zimmer immer nur 15 Minuten und kippen Sie auf keinen Fall den ganzen Tag das Fenster. Das kühlt Räume zu sehr aus und Sie benötigen wieder viel Energie zur Erwärmung. Ziehen Sie sich auch mal einen Pullover an, bevor Sie die Räume heizen.

 

 

Strom
Strom kann an vielen Stellen gespart werden. Überprüfen Sie Ihre Gewohnheiten.
Beispiel Waschmaschine: laden Sie diese möglichst voll, halbleere Trommeln verbrauchen unnötig Strom, Wasser und Waschmittel. Vorwäsche ist meistens nicht notwendig. Auch reicht es bei Weißwäsche meist, diese mit 60 statt 90 Grad zu waschen.
Beispiel Wäschetrockner: trocknen Sie die Wäsche so oft es geht an der Luft. Nehmen Sie bei der Waschmaschine einen möglichst hohen Schleudergang, dann trocknet die Wäsche schneller. Wenn Sie einen Trockner nutzen, dann füllen Sie diesen optimal, sowohl zu wenig wie auch zu viel Wäsche kostet unnötig Strom. Sortieren Sie die Wäsche auch nach Dicke der Stoffe. Unterschiedliches Material erhöht die Trocknungszeit.
Müssen Sie immer online sein? Schalten Sie den PC und Fernseher aus. Schaffen Sie sich ausschaltbare Steckerleisten an, so dass Sie alle Geräte komplett  ausstellen können, wenn Sie diese nicht benutzen.
Überprüfen Sie Ihre Geräte wie Kühlschrank und ähnliches. Sind die Geräte alt und verbrauchen viel Energie? Mittlerweile gibt es beim Kauf energiesparender Geräte Unterstützung. Hierzu können Sie sich auch auf folgender Internetseite erkundigen: http://www.stromspar-check.de
Beim Kochen ist es wichtig, dass Sie Töpfe und Pfannen verwenden, die in ihrer Größe zu den Herdplatten passen. Verwenden Sie Deckel auf den Töpfen, auch das spart Energie. Und nutzen Sie sowohl beim Backofen wie auch beim Herd die Restwärme, schalten Sie also lieber fünf Minuten früher den Backofen aus, der Kuchen wird trotzdem gut werden.

 

 


15.05.2015 © Marion Bahm, Caritasverband Konstanz e.V.